Das waren die Digitaltage Lübeck 2023

Seit vier Jahren sind wir bei den bundesweiten Digitaltagen dabei. Noch nie war das Angebot, das die Mitglieder unseres Vereins EnergieCluster Digitales Lübeck präsentieren konnten, so groß wie dieses Mal: In über 40 Vorträgen, Workshops, Panels und Seminaren und im Rahmen einer Messe in der Stadtbibliothek haben wir am 16. und 17. Juni 2023 an zahlreichen Orten in der Hansestadt dargestellt, wie digitale Angebote in den Lebens- und Arbeitswelten den Lübecker:innen Vorteile bringen und zu einer noch besseren Lebensqualität führen. Deutschland schaut auf Lübeck in Sachen Digitalisierung. Das ist nicht übertrieben, wie bereits der Beginn am ersten Veranstaltungstag zeigt. 

Um 8.30 Uhr am 16. Juni waren wir startklar. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte sich entschlossen, den deutschen Digitaltag 2023 mit einer Live-Video-Schalte nach Lübeck zu eröffnen. Was für eine Ehre! Der parlamentarische Staatssekretär Sven Lehmann sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden des Vereins Jan Lindenau. Lübecks Bürgermeister stellte heraus, dass wir bei der Digitalisierung „einiges anders machen als andere Städte, konsequent Nutzer:innen orientiert denken, Ängste nehmen und bei der digitalen Ausrichtung auch Touristen einbinden. Projektmanagerin Maria Schittek berichtete in der Schalte mit dem Bundesministerium über das vielfältige Angebot bei den Digitaltagen. 

Zeitgleich wurden die letzten Vorbereitungen für die Messe in der Stadtbibliothek getroffen. Unsere Vereinsmitglieder präsentierten dort und im Rahmen eines sechsstündigen Bühnenprogramms die digitalen Angebote.  

Auftakt im Programm war die 4. Runde der Smart City Dates, wo Start Ups ihre Ideen für digitale Projekte präsentieren. „Die Stadtbibliothek ist ein wunderbarer Ort, um zu zeigen, wo wir herkommen und wohin wir wollen. Unser Ziel ist, Lübeck als Geheimtipp für Start Ups zu etablieren“, erläuterte Dr. Frank Schröder-Oeyenhausen, Geschäftsführer unser Mitgliedsunternehmens Technikzentrum Lübeck und Gateway49. Über 50 Erfolgsgeschichten kann Schleswig-Holsteins einziger Start Up-Accelerator inzwischen erzählen. Aktuelle Projekte aus dem Gateway stellten u.a. Naeco BluePlatobelly oder Heisenware vor. 

Um 12 Uhr galt das Augenmerk auf dem Digitaltag der Frage, wie weit die Digitalisierung in Lübeck vorangeschritten ist und welche Rolle aktuell die künstliche Intelligenz spielt. Bürgermeister Lindenau berichtete, dass man bereits einen guten Teil der Strecke auf dem Weg zur Digitalisierung geschafft habe und dies ein Verdienst der Arbeit in Gemeinschaft ist, Hier spielt das EnergieCluster Digitales Lübeck eine führende Rolle. Der Chief Digital Officer der Hansestadt Dr. Stefan Ivens verwies auf das wachsende Daten-Angebot auf der Smart City Plattform und die zudem steigende Bedeutung von künstlicher Intelligenz bei Abläufen in der Stadtverwaltung und den Bürgerservices. 

Hier knüpfte Prof. Horst Hellbrück, Leiter des Kompetenzzentrums CoSATechnische Hochschule Lübeck, ebenfalls Mitglied bei ECDHL, an. In seiner Keynote „Von Guttenberg zu Chat GPT – Wissen im Wandel“ erläuterte Hellbrück, dass der „Traum von einem digitalen, vertrauenswürdigen, intelligenten Assistenten“, der z.B. Fragen automatisch schriftlich beantworten könnten, seit 50 Jahren vorhanden ist. Heute liegen die Potentiale von KI vor allem in den Bereichen Datenanalyse, Erzeugung von Inhalten, intelligenter Mobilität und Energieverwaltung und damit verbunden in den Feldern Umwelt, Verwaltung und Gesundheit. Allerdings gebe es auch Risiken: Die durch KI herbeigeführten Handlungen seien ethisch zu bewerten, Aspekte von Transparenz und Fairness besonders zu betrachten, so Hellbrück. 

In dem anschließenden Panel moderiert von dem Medienkoordinator unseres Vereins Thomas Waldnertwkom, machten die Mitglieder deutlich, welche Rolle KI in ihren Geschäftsfeldern spielt. Dr. Jens Meier, Sprecher der Geschäftsführung von der Stadtwerke Lübeck Gruppe, sagte: „Künstliche Intelligenz wird zukünftig eine Rolle spielen. Sie hat zum Beispiel Potential für Vernetzung bei der Wärmewende, allerdings unter Voraussetzung der Einbindung von Daten und Netzen.“ Prof. Moreen Heine, Projektleiterin E-Government und Open Data Ecosystems am Institut für Multimediale & Interaktive Systeme Universität zu Lübeck, sah vor allem Potentiale von KI bei internen Prozessen: „Zum Beispiel ist der Bürgerservice der Verwaltung zu nennen. Hier gibt es viele Beispiele, wie Abläufe schneller und kundenfreundlicher gestalten werden können“. Gerald Schleiwies, Leiter der Lübecker Stadtbibliothek verwies darauf, dass die Digitalisierung bei der Erfassung alter Bestände von Büchern eine große Rolle spielt. Es werde nach wie vor gerne gelesen, natürlich immer mehr auch auf digitalen Endgeräten, was aber der Nutzung einer Bibliothek nicht zuwiderlaufe. 

Der Nachmittag des Digitaltags am 16. Juni in der Stadtbibliothek stand dann ganz im Zeichen der digitalen Teilhabe. Unter Leitung von Lübecks Social Smart City Managerin Filiz Günsür wurde in vielen Projekten dargestellt, wie sich die Lebensqualität in Lübeck durch digitale Angebote vergrößert. Gabriele Beier vom Fachbereich für Wirtschaft und Soziales, Soziale Sicherung der Hansestadt wies darauf hin, dass es gerade mit dem Blick auf die Zielgruppe der älteren Menschen, sinnvoll sein kann, Tempo rauszunehmen, Wörter zu verwenden, die verständlich sind, und Hilfsangebote zu unterbreiten. Auch jüngere Menschen hätten Unterstützungsbedarfe. Uta Krope vom Verein „Senioren-Lernen-Online“ stellte heraus, dass digitale Teilhabe nur dann möglich sein, wenn man Zugang zum Internet und Geräten hat sowie über die Kompetenzen verfüge. Sie macht dies sehr anschaulich an ihrem persönlichen Beispiel zuhause deutlich. 

Alina Iltner von der Vernetzbar betonte, dass gerade nach den Belastungen durch die Corona-Pandemie Vernetzung und Hilfsangebote eine herausragende Rolle spielten und es – Gott sei Dank – auch immer mehr Angebote in diesem Sinne gebe. Sie nannte stellvertretend für viele Angebote dieser Art Sprungtuch e.V., ebenfalls Mitglied im ECDHL. 

Tobias Stahl, Medienentwicklungsplaner Bereich Schule und Sport/ Kinder und Jugendliche bei der Hansestadt Lübeck und Dr. Lea Schulz, Lehrstuhl Digitale Inklusion der Christian-Albrechts-Universität erläutern die Rolle von KI in der digitalen Bildung. „Ganz wichtig ist bei der Digitalisierung von Schulen die soziale Gerechtigkeit mitzudenken. Der Standard von Ausstattungen muss einheitlich sein. Auch auf rechtlicher Seite muss nachgebessert werden“, meinte Tobias Stahl. Lea Schulz ergänzte: „Einheitliche Ausstattungen mit Endgeräten gewähren Chancengleichheit. Künstliche Intelligenz kann Lernen erleichtern und vor allem Lernangebote und Bedarfe passgenauer bedienen“. 

Ingo Grütz von Senioren-Lernen-Online und Sandra Rickert von der Stabsstelle Integration, Koordinierung Flüchtlingsarbeit bei der Hansestadt Lübeck, wiesen darauf hin, dass KI basierte digitale Angebote dann ein Erfolg seien, wenn sie echte Mehrwerte bieten: der passgenaue Impftermin wie auch die automatisierte Hilfe durch Übersetzung von komplexen Sachverhältnissen in verständliche Sprache seien Beispiele. 

6 Stunden Bühnenprogramm und eine Messe in der Stadtbibliothek wurden flankiert von Dutzenden anderer Angebote in der Hansestadt. Auch unsere Mitgliedsunternehmen Dräger und Stadtwerke Lübeck öffneten ihre Türen, um die neuesten digitalen Angebote zu zeigen. So hatte zum Beispiel die Medienwerkstatt von SWL digital zahlreiche Schulklassen im digitalen Klassenzimmer zu Gast. 

Die Lübecker Digitaltage endeten am 17. Juni mittags mit der Fortsetzung der Messe und einem besonderen Angebot der Stabsstelle Digitalisierung, Organisation und Strategie der Hansestadt Lübeck. Gesucht wurden Akteur:innen für Videoproduktionen: Fokus – natürlich – die Smart City Lübeck. 

„Noch wie waren die digitalen Angebote so vielfältig, noch nie konnten wir so viele Mitglieder unseres Vereins mobilisieren mitzumachen und zu zeigen, wie Digitalisierung die Lebensqualität steigert. Wir sind sehr zufrieden“, bilanziert Maria Schittek, Projektleiterin Digitaltag in der Geschäftsstelle vom EnergieCluster Digitales Lübeck.

Impressionen

Videos zum Digitaltag 2023

Aktionen zum Digitaltag 2023

Organisation

Als Teil der Smart City Initiative arbeitet der Lübecker Verein EnergieCluster Digitales Lübeck mit über 50 Mitgliedern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft an gemeinsamen Projekten und Wissensaustausch. Wir möchten die Digitalisierung nutzen, um Lübeck zu einem Vorreiter in Innovation und Nachhaltigkeit zu machen und die Stadt als attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln. Unsere Mitglieder umfassen Start-ups, weltweit agierende Konzerne, wissenschaftliche Institutionen, Bildungsträger, Kommunen, Kammern, Körperschaften, Vereine, Verbände, Unternehmen und natürliche Personen.

Die Verwaltung der Hansestadt Lübeck spielt eine aktive Rolle bei der Gestaltung des Digitaltags Lübeck. Insbesondere der Bereich Digitalisierung, Organisation und Strategie ist für die Planung und Umsetzung des Ereignisses verantwortlich. Die Verwaltung arbeitet auch an der Entwicklung einer Smart City und sieht die Stadtentwicklung und Verwaltungsmodernisierung als untrennbar miteinander verbunden an. Dies bedeutet, dass die Verwaltung die Chancen der Digitalisierung nutzen möchte, um die Stadt zu einem besseren und vernetzteren Ort zu machen und die Lebensqualität der Einwohner zu verbessern.

Sponsoren und Partner

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner